Was ich eigentlich im Spital (Sjukhus) mache?
Kurz zusammengefasst bin ich Ärztin in Ausbildung in Kardiologie/Herzkrankheiten (Assistenzärztin; ST-läkare) und werde wochenweise auf verschiedene Abteilungen platziert. Die Abteilungen sind: Herzinsuffizienz (Hjärtsvikt), Rhythmusstörung (Arytmi), Herzinfarkt (Ischemi), Intensivstation (Hjärtintensiven, HIA), zudem elektive Tagesabteilungen wie Herzkatheter (Koronarangiografi, Kranskärlröntgen), Herzschrittmacher (Pacemaker), Ablationen (El fys; ablation). Dann gibt es noch Platzierungen wie Herzkonsult (kardiologische Ansprechsperson für das ganze Haus plus umgebende Arztpraxen) und Notfallstation (Akuten; Dagjour; Nattjour).Zusätzlich zu den Arbeitszeiten im Vertrag arbeitet man verschiedene Schichten zusätzlich, die dann seperat vergütet werden. Es wird erwartet, dass man mind einmal im Monat einen (Wochenend-)Dienst übernimmt. Da arbeitet man entweder auf der Notfallstation (als Primärjour) oder als medizinischer Diensthabender auf allen Stationen im Haus. Wenn zum Beispiel jemand aus dem Bett fällt auf der Hämatologie, hochfiebrig, geht man den beurteilen ....
Nebst der Arbeitszeit wird vom Socialstyrelsen (das schwedische BAG, welche die Facharzttitel verteilt) vorgeschrieben, welche Teilziele man erreichen muss und welche Kurse besucht werden sollen... (ähnlich wie in der CH von der FMH). Zudem ist vorgeschrieben, dass man eine "Entwicklungsarbeit" und eine "Wissenschaftliche Arbeit" erstellen muss.
Ich werde also nächstes Jahr einige Projekte aufgleisen. Die Kontakte sind bereits geknüpft.
Und was mache ich denn konkret tagsüber?
Diese Woche war ich auf der Elektiven Herzkatheter-Station eingeteilt. Da gehe ich so oft wie es geht ins Katheter Lab und steche in die Leiste des Patienten, damit der Koronarangiografeur seine Katheter einführen kann. Oft wird allerdings in die Armarterie gestochen und da stechen die Angiografören lieber selber, weil die Arterien dünner und somit empfindlicher für Verletzungen ist.Das Koro-Team hatte am Donnerstag Abend Weihnachtsessen. Nach dem Essen verliess die eine das Treffen, wegen Magenproblemen. Am nächsten Tag erschienen mehrere Personen krankheitshalber nicht zur Arbeit und die Lab-Schwester musste im Verlauf des Morgens heim wegen Magenschmerzen. So sprang ich kurzerhand ein und assistierte Magnus L. als "Korolab syrr" (Lab-Schwester). Bei einem herztransplantierten Mann haben "wir" einen Seitenast des einen Hauptkranzgefässes (PDA der LAD) zuerst ballondilatiert und dann einen medikamentenbeschichteten Stent eingelegt. Zudem haben wir versucht einen anderen Hauptast zu eröffnen. Da ist Magnus L. wegen gänzlich verschlossenem Gefäss in der Gefässwand gelandet.
Ging tipptopp:-) Magnus L meinte, das könne ich dann meinen Grosskindern (Barnbarn) erzählen. :-)
Solche Geschichten passieren also (leider) nicht täglich. Oft schreibt man "Eintritte" und "Austritte", betreut die Patienten auf den Abteilungen, untersucht oder führt Gespräche. Führt Elektrokonverisonen und übersichtliche Herzultraschall durch, kontrolliert Pacemaker, diskutiert mit anderen, diktiert, telefoniert, schreibt Rezepte....
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